Einfach mit den Augen gucken

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Machen wir eine kleine Zeitreise? Ins Jahr 2003. Da war George W. Bush Präsi­dent der Vere­inigten Staat­en und Michael Schu­mach­er Formel 1 Welt­meis­ter, und die beliebtesten Vor­na­men waren Anna und Jan. – Und wenn Anna und Jan sich vielle­icht flüchtig über den Weg gelaufen waren und sich nun ken­nen­ler­nen woll­ten, dann war das sehr kom­pliziert. Es gab näm­lich noch kein Face­book. Und schon gar kein Insta­gram, kein Snapchat und auch kein What­sApp. (Und Smart­phones sowieso nicht.)

Unvorstell­bar! Prak­tisch keine Chance für Anna und Jan, sich jemals richtig ken­nen­zuler­nen. Keine Fotos vom anderen, die sie abcheck­en kon­nten. Keine Post­ings vom anderen, die sie lesen oder kom­men­tieren kon­nten. Keine dig­i­tal­en Fre­unde des anderen, bei denen sie sich umse­hen kon­nten. Welche Musik mochte Jan? Welche Inter­essen hat­te Anna? Und wenn ein­er den anderen irgend­wie mochte, wo sollte er denn auf „Like“ klick­en? Das alles blieb für bei­de ein Rät­sel.

Solange bis ein­er von ihnen sich dazu über­winden kon­nte, den anderen ein­fach anzus­prechen. Vielle­icht in Ver­legen­heit zu kom­men, oder sich vor Aufre­gung zu ver­haspeln. Aber es gab nun mal keinen anderen Weg. Dann saßen sie sich gegenüber und erzählten sich voneinan­der und hörten sich zu. Wussten nicht gle­ich alles voneinan­der, aber fan­den es nach und nach her­aus. Kon­nten den Ton­fall, die Gesten, die Mimik des anderen wahrnehmen. Und vielle­icht laut – und gle­ichzeit­ig – über etwas lachen, obwohl „LOL“ ja noch gar nicht erfun­den war.

Wenn ich genauer darüber nach­denke, war es für Anna und Jan gar nicht nur kom­pliziert­er, Fre­unde zu wer­den. Vielle­icht war es auch ein biss­chen ein­fach­er.

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